Am Anfang lagen vier Arbeitshefte auf dem Tisch. Noch war das Mikrofon vor allem ein neues Werkzeug. Die Kinder probierten aus, was Radio ohne Bilder bedeutet, lösten einen kleinen Reporter-Check und bekamen ihren Reporterpass. In der Ferienstadt war damit sofort zu erkennen: Hier ist die Kinderredaktion unterwegs.
Was am ersten Tag geübt wurde, blieb erstaunlich gut hängen. Vor jeder Aufnahme prüften die Kinder mit der Hand den Abstand zwischen Mund und Mikrofon. Eine Handbreit, ruhig halten, deutlich sprechen – aus einer Übung wurde schnell eine selbstverständliche Bewegung.
Die Themen kamen nicht aus einem fertigen Stundenplan. An der Tafel sammelte die Gruppe die Bereiche der Ferienstadt und stimmte gemeinsam ab. Danach übernahmen einzelne Kinder oder Zweierteams ihre Beiträge. Sie bereiteten Fragen vor, gingen zu ihren Gesprächspartnern, hörten genau zu und brachten ihre Aufnahmen zurück an den Studiotisch.
Nicht jeder Moment war für alle gleich spannend. Für manche war das konzentrierte Warten, Wiederholen und Sortieren anstrengender als der Einsatz mit dem Mikrofon. Andere waren von Anfang an völlig dabei. Gerade darin zeigte sich echte Redaktionsarbeit: Manche Kinder blühten beim Interview auf, andere bei Technik, Vorbereitung oder gemeinsamer Planung.
Am meisten Spaß machte das echte Tun: Mikrofon nehmen, losgehen, fragen und eine Antwort aufnehmen, die später tatsächlich im Radio zu hören sein würde. Genau das war auch die größte Überraschung. Viele Kinder hatten nicht erwartet, dass ihre Sendung wirklich im Lokalradio ausgestrahlt wird.
Zwischen Technik, konzentriertem Zuhören und dem nächsten Interview blieb auch Zeit für einen gemeinsamen Moment: Der Küchenbereich backte für die Redaktion einen veganen Schokokuchen. So wurde daraus nicht nur eine Sendung, sondern eine Erinnerung, die die Kinder ihren Familien selbst weitererzählen können.